Solidaritätsdemonstration aufgrund der Kämpfe in Ägypten

Am 25.1.12. versammelte sich ab 18.00 Uhr eine Solidaritätsdemonstration aufgrund der Kämpfe in Ägypten gegen die Militärdiktatur am Rudolfplatz in Köln. 30-40 Menschen fanden sich zusammen und es wurden Parolen auf Arabisch und Deutsch gerufen, beispielsweise: „Hoch die Internationale Solidarität“, „Leben, Freiheit, Soziale Gerechtigkeit“,“Das Volk will den Sturz der Militärdiktatur“. Die Reaktionen am Rande der Demonstration waren fast durchweg irritiert bis teilweise ablehnend. Inhaltlich positionierte sich die Demonstration gegen die Militärdiktatur und für eine gewählte Regierung. Außerdem wurde betont das es wichtig sei, dass sich Frauen mehr emanzipieren und an den Protesten beteiligen. Widersprüchlich zu dieser Ausage waren einige Verschleierte Frauen auf der Demo. Die Demonstration wurde um etwa 20.00 Uhr am Eberplatz beendet. Zum Abschluss riefen die Demonstranten_Innen „1,2,3 wir danken der Polizei“. Das Uniformen nicht nur in Ägypten mörder_Innen sind wurde auf dieser Demonstration wohl anders gesehen.

Im großen und ganzen muss wohl noch einiges passieren, in Ägypten sowie in der Solidaritäts Bewegung für die Kämpfe in Ägypten um Nationalismus, Religion und Herrschaftsdenken aus den Köpfen zu kriegen. Dennoch finden wir es gut wenn Menschen sich gegen ihre Unterdrücker_Innen stellen, es bleibt jedoch abzuwarten was sich aus den Revolutionen in der Arabischen Welt entwickelt.

ASJ Köln


Christliches Propaganda Plakat am Rande der Demonstration.


6 Antworten auf „Solidaritätsdemonstration aufgrund der Kämpfe in Ägypten“


  1. 1 HB 26. Januar 2012 um 0:41 Uhr

    Lieber Blogschreiber,

    ich glaube Sie brauchen auch eine Aufklärung! Schleier ist nicht = Unterdrückung. Auch verschleierte Frauen können emanzipiert sein.

  2. 2 asjkoeln 26. Januar 2012 um 1:49 Uhr

    @HB: Die Verschleierung der Frau ist ein klares Symbol der Unterdrückung und der Patriachalen ausrichtung… Oder hast du mal einen Mann in Burka gesehen?

    Aber natürlich sagt das noch lange nicht aus das nur weil eine Frau unterdrückt wird das sie nicht auch emanzipiert sein kann.

    Und natürlich gibt es auch Frauen die freiwillig oder gerne sich Verschleiern, das bedeutet allerdings noch lange nicht das sie nicht Unterdrückt werden. Es gibt viele Menschen die sich unterdrücken lassen aber nur weil sie sich nicht dagegen wehren ist es nicht weniger schlimm…

    *dies ist keine abgesprochene Gruppenmeinung…und gibt nur die Meinung des Schreibers wieder…Warscheinlich sehn wir das aber alle ähnlich.

  3. 3 heinzi 26. Januar 2012 um 15:54 Uhr

    lange nicht mehr sowas offensichtlich bevormundendes und eurozentrisches gelesen. habt ihr eigentlich auch mal mit den demonstrantInnen geredet oder nur aus der ferne eure beobachtungen gemacht. und dass jemand von einer uniform getötet wurde …, ach egal lassen wir’s.

    hochachtung allen menschen, die in ägypten ihr leben für den sturz der diktatur riskiert haben und allen, die gestern auf dem tahrir waren, um weiter für emanzipation zu kämpfen!

    http://inapcache.boston.com/universal/site_graphics/blogs/bigpicture/egyptyearone/bp15.jpg
    „down with military rule!“

  4. 4 asjkoeln 26. Januar 2012 um 16:07 Uhr

    @heinzi: Würdest du genauer erläutern was du mit „offensichtlich bevormundendes und eurozentrisches“ meinst? Unifromen töten überall jeden Tag. Natürlich führen Menschen diese Morde aus, aber eine Uniform gibt Macht und Macht erzeugt konsequent zu ende gedacht immer Gewalt.

    Das wir uns mit den Kämpfenden Menschen in Ägypten solidarisieren steht auser Frage und findest du sogar im Text…

  5. 5 heinzi 26. Januar 2012 um 22:12 Uhr

    bsp. nationalismus: ich finde es schon ein recht starkes stück, den leuten direkt nationalismus zu unterstellen, weil sie ägyptische fahnen dabei hatten. es ging innen immerhin darum, auf geschehnisse in ägypten aufmerksam zu machen. ne andere interpretation wäre: „wir sind der souverän, wir sind die leute, wir sind ägypten und wir entscheiden und nicht die herrschenden“. außerdem ist es einfach etwas anderes, sich als marginalierte migrantische gruppe über seine herkunft zu definieren, als als angehörigeR der mehrheitsgesellschaft.

    bsp. religion und frauenemanzipation: für die meisten muslime in deutschland spielt der glaube eh keine große rolle in ihrem leben. daher solltet ihr euch vielleicht auch mal fragen, welchen blick ihr auf migrantInnen aus muslimischen ländern habt. daüber hinaus: genau so wie im christentum gibt es auch im islam verschiedenste strömungen, von fundamentalistisch bis progressiv und einer feministischen theologie. von daher frauen die kopftuch tragen grundsätzlich zu unterstellen, sie würden dazu gezwungen, ist schon ein starkes stück.

    ich seh auch lieber rote als nationalfahnen und wenn’s keine religionen in der welt gäbe, würde mir nix fehlen. trotzdem klingt euer text in meinen ohren doch sehr nach „wir schlauen leute gucken uns mal an, was die migrantInnen da treiben und legen daran unseren katalog an. aber so richtig emanzipiert können die eh nicht sein“. ihr solltet euch mmn mal fragen, ob ihr die da kämpfenden wirklich ernst nehmt. daher auch nochmal meine frage, ob ihr überhaupt das gespräch gesucht habt?

  6. 6 asjkoeln 27. Januar 2012 um 15:40 Uhr

    @heinzi: Nationalfahnen bleiben Nationalfahnen. Natürlich muss nicht jeder Nationalistisch sein der eine Nationalfahne trägt, dass sagt der Text aber auch überhaubt nicht aus. Sondern lediglich das das denken in Nationen einfach ein Problem ist was nach wie vor in Ägypten sowie bei Ägyptern außerhalb Ägyptens exisitiert.

    „ne andere interpretation wäre: „wir sind der souverän, wir sind die leute, wir sind ägypten und wir entscheiden und nicht die herrschenden“.“

    -ist auch nur deine Interpretation…

    „außerdem ist es einfach etwas anderes, sich als marginalierte migrantische gruppe über seine herkunft zu definieren, als als angehörigeR der mehrheitsgesellschaft.“

    -Richtig. Allerdings gibt es auch einige Migrantische Anarchisten die das nicht tun. Und Mensch sollte das Unterstützen wenn Nationalistisches Denken hinterfragt wird und sollte zumindestens vorsichtig sein wenn Nationalfahnen egal welcher Art gezeigt werden.

    „für die meisten muslime in deutschland spielt der glaube eh keine große rolle in ihrem leben.“

    -Woher willst du das wisseN?

    Und natürlich kann Mensch nicht den gesamten Islam oder das gesamte Christentum über einen Kam scheeren und muss diferenzieren. Aber auch das wurde hier nicht gemacht.

    „von daher frauen die kopftuch tragen grundsätzlich zu unterstellen, sie würden dazu gezwungen, ist schon ein starkes stück.“

    -Sorry, aber auch davon war keine Rede. Aus der letzten Antwort zu dem Thema wurde geschrieben: „Und natürlich gibt es auch Frauen die freiwillig oder gerne sich Verschleiern, das bedeutet allerdings noch lange nicht das sie nicht Unterdrückt werden. Es gibt viele Menschen die sich unterdrücken lassen aber nur weil sie sich nicht dagegen wehren ist es nicht weniger schlimm…“

    Zu deinem letzten Absatz muss gesagt werden. Zum teil ist das Richtig… Das liegt aber daran das kein Mensch einfach unvoreingenommen etwas betrachten kann, weil jede Sicht supjektiev ist. Dennoch würde ich dem widersprechen das hier ein „Katalog“ an Menschen angelegt wurde/wird. Der Text wurde aus klarer Solidarität mit den Kämpfenden in Ägypten geschrieben. Aber es kann doch nicht darum gehen das Mensch keine Kritik äußern darf oder eigene Vorstellungen was wichtig wäre? Keinem von diesem Menschen wurde etwas von irg. wem von uns aufgedrückt und die Dinge im Text sind mehr konstruktive Kritik.

    Das Gespräch wurde nicht gesucht, das war auch ein Fehler. Aber durch die Inhaltlichen Beiträge konnte Mensch schon einen Eindruck gewinnen, der auch nicht so negativ war.

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