Archiv für Mai 2012

Solidarität mit dem Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI)

Seit 2003 haltet ihr die Mitarbeiter_Innen und Nutzer_Innen des Instituts für vergleichende Irrelevanz ein ehemaliges Universitätsgebäude besetzt und füllt es Woche für Woche mit universitärem Leben, welches im Gegensatz zum Alltag an der neoliberalen Lernfabrik Hochschule das Attribut „univers“ im eigentlichen Sinne verdient hat . In Selbstorganisation und abseits von kapitalistischer Vermarktungslogik bereichern die Leute am Ivi die kulturelle und wissenschaftliche Landschaft in Frankfurt und im Speziellen an der Goethe Universität mit einem Veranstaltungskatalog der von Konzerten, die sich die Menschen leisten können , über Seminare, an denen alle teilnehmen können, bis hin zur praktischen Intervention in der Hochschulpolitik durch Studierende.

Für eure Arbeit, die ihr als Experimentallabor im Bereich selbstverwaltete Universität leistet, solltet ihr Preise und ehrfürchtiges Zunicken der Proffesoralklasse erhalten, stattdessen bekommt ihr die Entscheidung über das Ende eures Projekts durch die Presse verkündet. Diese Arroganz und Kurzsichtigkeit der Herrschenden hat System, wir kennen das aus unseren Kämpfen um das AZ nur zu gut.

Wir verstehen eure Situation so:

Ihr seit irrelevant an der kapitalistischen Hochschule und in einer Stadt in der die Macht des europäischen Finanzkapitals konzentriert ist. Aber wem sagen wir das. Viel wichtiger ihr seit inrentabel und noch schlimmer, ihr wollt es sogar sein. Die Franconfurt AG, ein börsenorientierter Immobilieninvestor, der nach eigenen Angaben Immobilien im Frankfurter Westend „sammelt“ macht der Goethe Universität ein unwiderstehliches Angebot, sie kaufen den Kramer Bau im Kettenhofweg 130. Euer Institut ist als Spekulationsobjekt sowohl für die Uni, als auch für den Investor “ mehr Wert“ als im Zustand der Nutzung. Das „Unternehmen Uni“ stößt einen ungenutzten Kostenfaktor ab und kann in neue Bauprojekt investieren, die dem Corporate Design der Uni eher entsprechen als ein selbstverwaltetes Institut. Der Investor hofft im Westend mit Wohnraum und Infrastruktur für Menschen mit viel Geld Rendite zu machen.

Die spekulativen Unternehmungen solcher Immobilieninvestoren und die komplexen Verflechtungen des globalen Finanzkapitals mit der Immobilienbranche haben nach dem platzen dieser Blasen dazu geführt, dass z.B. in den USA heute Gebäude leer stehen, während die ehemaligen Eigentümer_Innen oder Miter_Innen in Zelten leben müssen. Das neoliberale Gedankenkonstrukt, welches hinter diesem Unsinn steckt, wird weiterhin an der Hochschule gelehrt und Tag für Tag mit erschreckender Konsequenz im Alltag von Studierenden, Lehrenden und Angestellten reproduziert. Es ist sogar möglich, dass all das, trotz des Wissens um die nicht zu behebende strukturelle Krise des Kapitalismus geschieht, denn andere ökonomische Ansätze und die konkrete Arbeit an einer anderen Welt werden schon lange nicht mehr in den Universitäten vorangetrieben. –Schlicht und ergreifend: es mangelt an Ideen und Mut, es mangelt an Räumen und an Zeit für kritisches Denken.

Wenn ihr sagt: „Wir nehmen uns die Zeit und den Raum für kritisches Denken“, dann tut ihr das einzig Richtige im Falschen. Für nun fast 10 Jahre habt ihr einen Riss aufgebrochen und darin experimentiert. Es lohnt sich weiter zu kämpfen, es ist Zeit wütend zu werden.

Die Arbeit in unseren Zentren und Instituten, auf Wagenplätzen und in Kollektiven ist alles andere als irrelevant für uns, denn durch sie ist eine andere Welt zumindest noch denkbar und in manchen Momenten sogar spürbar.

Wie ihr wisst, sind auch wir in Köln in einer ähnlichen Situation, denn auch das AZ in Kalk ist wieder räumungsbedroht, die politische Klasse Kölns hat die Kündigung unseres Nutzungsvertrags, den sie uns vor noch einem Jahr mit der Drohkulisse von Polizeihundertschaften und Räumpanzern ans Herz gelegt haben, beschlossen. Das Gebäude soll abgerissen werden und einem Grünstreifen weichen. Auch unser Projekt ist irrelevant!

Wir wollen nicht resignieren und aufgeben, wir bleiben und für uns ist ist klar, sie können dieses Haus zerstören, doch nicht die Kraft, die es schuf.

Wir wünschen euch Kraft und Ideenreichtum im Kampf für den Erhalt des Instituts für vergleichende Irrelevanz. Wir empfinden den gemeinsamen Angriff der Hochschule und eines Immobilienfonds auf ein selbstverwaltetes und besetztes Haus in einem der für die Geschichte der Hausbesetzungen in Deutschland wichtigsten Bezirke als einen nicht hinzunehmenden Vorstoß auch in unser Veedel.

Unsere Solidarität soll praktisch werden! Wir haben erfahren, dass die Franconofurt AG auch im Raum Köln nicht untätig ist. Wir bleiben da dran!

Squat the World!
Make it (A) better Place!

Euer AZ Köln Kalk

Quelle: az-koeln.org

30.5. Kriegsminister an der Uni Köln (eingeladen vom RCDS)

Am Mittwoch, den 30. 5., kommt der Verteidigungsminister Thomas de Mazière auf Einladung des RCDS¹ an die Uni Köln, um einen Vortrag zum Thema „Wozu noch dienen? Die Bundeswehr als Freiwilligenarmee“ zu halten.

„Wir. Dienen. Deutschland.“ So lautet das aktuelle Motto der Bundeswehr. Wofür da gedient werden soll, macht de Mazière in den geltenden Verteidgungspolitischen Richtlinien deutlich: „Deutschland ist bereit, als Ausdruck nationalen Selbstbehauptungswillens […] das gesamte Spektrum nationaler Handlungsinstrumente einzusetzen. Dies beinhaltet auch den Einsatz von Streitkräften.“ Zu den erklärten Zielen gehört es, den „freien und ungehinderten Welthandel sowie den freien Zugang zur Hohen See und zu natürlichen Ressourcen zu ermöglichen“1). (Wilhelm II. lässt grüßen.)

Mit sämtlichen Mitteln – inklusive Krieg – sollen sich alle dem imperialen „Selbstbehauptungswillen“ der u.a. deutschen Industrie und Banken unterwerfen: In der „wettbewerbsfähigen“ BRD ebenso wie im „faulen und verschwenderischen“ Griechenland soll die Ausbeutung der Bevölkerung – unter Missachtung grundlegender demokratischer und sozialer Rechte – durch Spar- und Verarmungspolitik weiter sichergestellt werden. Für die gleichen Interessen sollen die Soldaten in Afghanistan und Somalia mit „Hurra“ „dienen“ und bei Bedarf den „Heldentod“ sterben oder ihresgleichen umbringen.

„General, der Mensch ist sehr brauchbar. Er kann fliegen und er kann töten. Aber er hat einen Fehler: Er kann denken.“ (Bertolt Brecht)

Weltweit nehmen die Menschen ihre Belange in die eigenen Hände und protestieren gegen die Unterordnung der Bevölkerung unter Profitinteressen und für ein menschenwürdiges Leben. An den Hochschulen kämpfen wir für gesellschaftlich verantwortliche Bildung und Wissenschaft, die für eine friedliche und zivile Entwicklung der Welt wirkt.

In diesem Sinne wollen wir alle ermuntern, Kritik und Protest zum Ausdruck zu bringen und sich an den Gegenaktivitäten zu beteiligen:


Gemeinsames Tranparente-Malen:

Donnerstag, 24. 5., ab 12:30 Uhr

Albertus-Magnus-Platz (vor dem Hauptgebäude der Uni)

Veranstaltung mit de Mazière:

Mittwoch, 30.5., 18:15 Uhr

Aula der Universität (Hauptgebäude)

Fußnote: 1) Bundesministerium der Verteidigung,

Verteidigungspolitische Richtlinien vom 18. Mai 2011:

***.nato.diplo.de/contentblob/3149360/Daten/1316709/VM_deMaiziere_180511_DLD.pdf

[¹ ***.rcds-koeln.de/de/&eventcalendar=1]

Quelle: linksunten.indymedia

Polizeirepression in Siegburg

Siegburg hat ein Gewaltproblem!

In Siegburg kommt es immer wieder zu gewalttätigen Angriffen auf Jugendliche, in der Vergangenheit wurden schon mehrfach Menschen durch Kampfhunde gebissen und verletzt.
Diese Angriffe gehen nicht, wie man vermuten könnte, von rivalisierenden Jugendgangs aus. Nein, ganz im Gegenteil, die Polizei steckt hinter diesen Angriffen!

Ende April wurde beispielsweise eine Gruppe Jugendlicher auf dem Weg zum Bahnhof unter haltlosen Anschuldigungen von der Polizei gestoppt. Die PolizistInnen warfen der Gruppe vor, auf dem Weg durch die Innenstadt Schaufensterscheiben demoliert zu haben. Am nächsten Morgen war es jedoch unmöglich, eine zerstörte Scheibe in der Siegburger Innenstadt zu finden!
Dies hinderte die Polizei nicht daran, massiv Pfefferspray gegen die Jugendlichen einzusetzen. Eine Person musste infolge dessen von Rettungssanitätern behandelt werden. Im Laufe dieses Überfalls kamen immer mehr PolizistInnen hinzu. Zuletzt sogar ein Zivilfahrzeug mit einem Hund im Kofferraum. Dieser Hund wurde vom Hundeführer an der langen Leine gehalten und biss mehrere Personen in die Gliedmassen und das, obwohl die Personengruppe bereits von mehreren PolizistInnen in eine Ecke gedrängt worden war!
Zu allem Überfluss wurden nun alle männlichen Jugendlichen in Polizeigewahrsahm verbracht und mussten dort bis zum nächsten Morgen bleiben. Erstaunlicherweise wurde keine der jungen Frauen mit auf die Wache genommen.

Im Laufe der Nacht vom 12. auf den 13. Mai wurde die Polizei zu einer Ruhestörung gerufen, welche vom selbstverwalteten Jugenzentrum ausging. Hier wurde nicht wie sonst üblich eine kleine Anzahl an PolizistInnen vorbei geschickt, um nach dem rechten zu schauen. Von Beginn an waren 4 Polizeibeamte und zwei Menschen vom Ordnungsamt anwesend.
Die Einsatzkräfte behaupteten, auf der Straße noch Musik zu hören als drinnen bereits gar keine Musik mehr lief! Bis zu diesem Zeitpunkt blieben die Einsatzkräfte ruhig und kooperativ. Aus welchen Gründen auch immer, beschloss der Einsatzleiter jedoch alle Polizeikräfte aus der Umgebung anzufordern und bestand darauf, Zutritt zu den Räumlichkeiten des Jugendzentrums zu bekommen. Hier wurde ein Drohszenario aufgebaut, welches beinhaltete, dass das Jugendzentrum noch in der Nacht von Polizeikräften gestürmt werde.
Die VeranstalterInnen einigten sich darauf, gemeinsam mit dem Einsatzleiter eine Begehung der Örtlichkeit zu machen. Während diese Begehung stattfand, versuchten vor dem Jugendzentrum einzelne Beamte in das Zentrum zu stürmen und die Lage zu verschärfen. Gesprächsversuche der Veranstaltenden wurden mit „Halt die Schnauze“ beantwortet und große Pfefferspray-Löscher in Richtung der Feiernden in Stellung gebracht. Partygäste und Veranstalter mussten beruhigend auf die Beamten einreden, um eine Eskalation zu verhindern.
Die Polizei schweigt im Nachhinein stets zu solchen Einsätzen.
Ein solches Polizeiverhalten ist ein Angriff auf alternative Kultur und uns Jugendliche in Siegburg, welches wir nicht weiter hinnehmen können und wollen!


Polizeigewalt aufdecken!
Polizeiwillkür unmöglich machen!

Quelle: libertaerejugendsu.blogsport.de

Öffentliches Treffen am So. 27.5.12

Im April und Mai ist ja so einiges gelaufen an Aktionen und Vernstaltungen, die von uns mitorganisiert und gestaltet wurden. Von Filmabende,Büchertische, Vorträge, bis zu Aktionen auf der Strasse etc. war alles dabei. Immer noch motiviert und einiges um Erfahrung reicher werden weiterhin aktiv bleiben. Einige neue Ideen stehen schon im Raum und sind dabei verwirklicht zu werden.
Hast auch du Lust mal was selbst in die Hand zu nehmen und nicht nur bereits Organisiertes zu konsumieren? Du willst aktiv werden gegen autoritäre Strukturen und suchts noch Leute?
Du findest unsere Aktionen und Ideen interesant und möchtest auch aktiv werden? Oder du hast einfachso Interesse, Kritik oder Lust auf eine Diskussion mit uns?
Dann komm doch einfach mal zu unserem nächsten öffentlichen Treffen, am Sonntag den 27.5. um 17 Uhr im Trash Chic. Wir freuen uns auf dich!

ASJ Köln
asjkoeln.blogsport.de
asjkoeln@riseup.net

ASJ Köln Mailverteiler

Wenn du immer aktuelle Informationen über unsere Aktivitäten haben möchtest schreib uns eine Mail an:

asjkoeln(A)riseup.net

und wir nehmen dich in unseren Verteiler auf!

(das (A) in der Mailadresse müsst ihr mit einem @ tauschen damit die Mail ankommt)